Zielstrebigkeit lohnt sich

von Manfred Schwarz

Magnus Becke absolviert mit 14 Jahren seinen ersten Alleinflug

Schon lange bevor er mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten beginnen durfte, hat sich Magnus mit dem Flugbetrieb beschäftigt und übergangslos aktiv eingebracht. Für die meisten Scheinpiloten war seine Zuarbeit im Flugbetrieb schon Normalität. Ob beim Aufbau von Segelflugzeugen oder dem Aufbau des Flugbetriebs, Magnus war Teil des Teams.
Als Magnus dann 14 wurde und mit seiner Ausbildung begann, wurde einigen bewusst, es hat sich was verändert: Magnus stand nicht mehr ständig zur Verfügung, Magnus war mit seinem Fluglehrer in der Luft und kreiste unter einer Wolke überm Skyline Park in 800 m über dem Boden. Die Zeiten hatten sich geändert, Magnus lernte LEPO fahren, Traktor fahren und machte sich mit der Seilwinde vertraut. Mit LEPO bezeichnet man auf deutschen Segelflugplätzen das Seilrückholfahrzeug. Über die Herkunft und Worterfinder gibt es keine eindeutigen Belege. Angeblich ist der Ursprung auf der Wasserkuppe zu finden, andere sind davon überzeugt, dass es sich Flugschüler in der Flugschule in Oerlinghausen ausgedacht haben. Auf beiden Flugplätzen war es üblich, dass man als Seilrückholfahrzeug einen OPEL benutzt hat. Liest man Opel rückwärts ergibt sich LEPO. Jeder Segelflieger kennt den Begriff und weiß, was damit gemeint ist, eben ein Fahrzeug, das die Schleppseile von der Startwinde zum Start für den Flugzeugschlepp zurückholt.
Jedes Wochenende, jeder Tag an dem Segelflugbetrieb möglich war, stand Magnus schon vor 9:00 Uhr vor der Flugzeughalle und hat ungeduldig darauf gewartet, dass die Hallentore geöffnet und die Segelflugzeuge für den Flugtag vorbereitet werden. So viel Engagement und Zielstrebigkeit hat sich am Schluss ausgezahlt, in nur fünf Monaten hat es Magnus vom ersten Start bis zum ersten Alleinflug geschafft. Nach 62 Starts mit Fluglehrer sitzt er jetzt bei sommerlichen Temperaturen  mit einigen Schweißperlen auf der Stirn allein im Doppelsitzer und wartete darauf, dass der Windenfahrer das Seil anzieht. Nach drei Starts alleine ist es geschafft, Magnus darf ab sofort mit Flugauftrag vom Fluglehrer alleine fliegen. Und wenn er so weitermacht, wird er wohl schneller mit der Ausbildung fertig sein, als es das Luftamt Süd vorsieht. In der Zwischenzeit kann er ja mal wieder LEPO fahren oder es neuen Flugschülern beibringen.  

Meisterfeier bei den Segelfliegern

von Manfred Schwarz

Vereinsmitglieder feiern im Clubheim

Einen Tag vor der geplanten Meisterfeier gab es noch einen weiteren Grund zum Feiern, so dass auf dem Gruppenfoto nicht nur die beiden Sieger der Deutschen Meisterschaft zu sehen sind, sondern auch Christian Epp, der am selben Tag seine praktische Prüfung im Segelflug bestanden hat und Hans-Joachim Kania, der Förderer der Segelflugjugend. Der 21-jährige Kilian Biechele hat in Zwickau die Deutsche Meisterschaft in der Standardklasse gewonnen, Robert Schröder wurde dritter. Beide auf einer LS8, beide vom Segelflugverein Bad Wörishofen. Der 19-Jährige Christian Epp ist nach dreijähriger Segelflugausbildung schneller zu seinem Flugschein gekommen, als gedacht. Das Luftamt-Süd in München hatte spontan einen Prüfungstermin frei und hat mit 24-stündigem Vorlauf die praktische Prüfung angesetzt. Diese Steilvorlage wollte weder der Prüfling noch der Ausbildungsleiter ungenutzt lassen. So gab es auch für ihn einen triftigen Grund zu feiern. Grund zur Freude gab es auch bei der Fliegerjugend des Vereins. Hans-Joachim Kania, der Gründer des Kultur- und Sport Awards hat die Jugendarbeit des Vereins mit einer großzügigen Spende bedacht.Als alle Segelflugzeuge nach dem regulären Flugbetrieb wieder abgebaut und eingeräumt  waren, ging es vorrangig um das Wohl der Gäste und Vereinsmitglieder. Um das Gelingen der zünftigen Meisterfeier, auf der alle viel Spaß hatten, kümmerte sich die Schirmherrin Gertraud Gruschka.

Kilian Biechele gewinnt Deutsche Segelflugmeisterschaft in der Standardklasse

von Manfred Schwarz

Der 21-jährige Biechele vom Segelflugverein Bad Wörishofen wird Deutscher Meister in Zwickau.

38 Teilnehmer aus ganz Deutschland kämpften in der Standardklasse vom 20.6 bis 1.7.2017 um den Titel. Von 12 Wertungstagen wurde an 6 Tagen geflogen. Die Taktik von Biechele, immer konstante Leistung zu bringen und nicht zu sehr auf Tagessiege zu spekulieren, hat sich ausgezahlt. Ohnehin hatte er bei seiner zweiten Teilnahme an einer deutschen Meisterschaft nichts zu verlieren, er konnte nur gewinnen. Mit 4639 Punkten und 100 Punkten Abstand zum zweitplatzierten Björn Gintzel aus NRW hat Biechele den ersten Platz souverän eingeflogen. Ausgesprochenes Pech hatte sein Vereinskamerad Robert Schröder, der mit einem Punkt Unterschied zum Zweitplatzierten  den dritten Platz erreichte. Ein in der Segelfliegerei  nur mit der Lupe zu erkennendes Missgeschick brachte ihm 3 Strafpunkte ein und kostete ihn den 2. Platz. Beim Überfliegen der Startlinie war er genau 3 Meter zu hoch, was zum Punktabzug führte. Bei teilweise schwierigen Wetterbedingungen tauschten die beiden Wörishofer Piloten von Wertungstag zu Wertungstag die ersten beiden Plätze in der Gesamtwertung, beide flogen auf LS8 neo. Gleich am ersten Wertungstag führte die Vorgabe die Piloten auf einer 360 km langen Strecke über Marienberg Markt, Sonneberg und Suhl zurück zum Flugplatz Zwickau. Der Tagessieger Sebastian Nägel aus Baden-Württemberg  schaffte die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 113,77 km/h.  Kilian Biechele ist mit dem ersten Platz automatisch für die WM Teilnahme der Senioren 2018 in Polen nominiert. Durch seinen Erfolg in Zwickau gewann er auch einen zweiwöchigen Aufenthalt im Segelfliegerparadies  in Bitterwasser (Namibia). Nach zwei Wochen schlafen im Zelt und täglicher Konzentration auf das morgendliche Briefing will Biechele erst mal ein paar Tage ausspannen, bevor es in drei Wochen zum nächsten Wettbewerb, der WM der Junioren nach Pociunai in Litauen geht.

Mit langen Ohren erfolgreich

von Manfred Schwarz

Timo Mayr vom SFV Bad Wörishofen gewinnt den 54. Internationalen Hotzenwaldwettbewerb in Hütten.

14 Teilnehmer kämpften vom 3. bis 10. Juni 2017 in der gemischten Standardklasse um die Plätze.
Eine Überraschung hielt die gemischte Klasse bereit: Hier machte der 21-jährige Timo Mayr vom Segelflugverein Bad Wörishofen mit seinem restaurierten Holzflieger, einer Ka6CR, am achten Wertungstag mit 1055 Punkten das Rennen. Noch am Donnerstag gelang ihm ein achtstündiger Flug über dem Wehratal. Der Holzflieger aus dem Baujahr 1967 sei leichter und steige schneller als neuere Modelle, erklärte Timo. Er hatte zum zweiten Mal an einem Wettbewerb teilgenommen und freue sich nun riesig über den ersten Platz.
Der Wettbewerb wurde im Südschwarzwald, unweit der Schweizer Grenze ausgetragen. Am letzten Wertungstag schaffte Timo die 278 Km lange Strecke in 3 Stunden und 43 Minuten. Die Wendepunkte waren Voehrenbach, Hayingen und Schramberg. Viel gelobt wurde die angenehme Atmosphäre: Hier fliege man nicht „mit dem Messer zwischen den Zähnen“, befand ein Teilnehmer aus Hamburg. Die Komplette Organisation machte einen sehr professionellen Eindruck, egal ob Briefing oder Versorgung, die Mitglieder des LGH haben ein dickes Lob verdient

Nachruf

von Manfred Schwarz

In großer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem Fliegerkameraden


Georg Ritter

Nach schwerer Krankheit ist unser Vereinsmitglied und Fluglehrer verstorben.
Mitte der siebziger Jahre begann er mit Begeisterung das Segelfliegen bei der Segelfluggruppe Grob in Mattsies, und ließ sich bald als Fluglehrer für Segelflieger und Motorsegler, ausbilden.
In nahezu 40 Jahren als Fluglehrer schätzen zahlreiche Flugschüler/innen sein gewissenhaftes und zielstrebiges Engagement. Zahlreichen Fluglager begleitete er als Fluglehrer und freute sich über den schnellen Erfolg vieler Flugschüler. Georg war ein begnadeter Fluglehrer, der seinen Flugschülern auch etwas zutraute aber auch streng war, wenn es der Sicherheit diente.


Nach der Fusion der beiden Vereine Segelfluggruppe Grob Mindelheim e.V. und Segelflugverein Bad Wörishofen e.V. war Georg auch Ausbildungsleiters und hatte zweitweise das Amt des zweiten Vorstandes inne. Sein Können und Wissen stellte er in vielfältiger Weise dem Segelflugverein Bad Wörishofen e.V. zur Verfügung. Wir sind Georg Ritter dankbar, dass er flugbegeisterten Menschen Zugang zu diesem großartigen Sport ermöglicht hat.
Sein Tod macht uns sehr betroffen.


Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser tiefes Mitgefühl gilt besondere seiner Familie.