Wörishofer Segelflieger verhelfen zum Eheglück

von Manfred Schwarz

Überraschung im Endanflug Piste 26

Never touch a running system, so oder so ähnlich hat wohl Jürgen gedacht, wenn er sich so sein kleines Familienglück angeschaut hat. Seine Partnerin Andi scheint mit dem Erreichten zufrieden, die Beziehung verläuft weitgehend harmonisch. Man hat ein Dach über dem Kopf, zwei Kinder, was will man mehr. Und doch gibt es da und dort Sätze, aus denen man herauslesen könnte, dass heiraten dem Familienglück guttun könnte und natürlich auch praktische Vorteile für das tägliche Leben hätte.

Im Übrigen wäre so ein Überraschungsimpuls auch nicht schlecht, er könnte der Beziehung mal wieder frischen Aufwind geben. Vielleicht war es dieser Wortfetzen, der ihn mit seinem Heiratsantrag zu den Segelfliegern geführt hat. Nach kurzer Absprache und Durchführungsplanung war es dann soweit. Drei Viertel der fast Familie war angereist, um Andi eine Freude zu machen: mit einem Rundflug im Motorsegler.

In der Zwischenzeit hat Jürgen seinen Heiratsantrag auf ein langes Stoffband aufgemalt, so dass dieses mithilfe einiger Segelflieger gut lesbar im Endanflug zur 26 aushing. Andi hat sich darüber sehr gefreut und bat den Piloten den Motorsegler noch einmal durchzustarten um in der Platzrunde genügend Zeit zu haben,
das Ganze in Ruhe genießen zu können. Die daraufhin erfolgte Abschlusslandung war dann Genuss und Freude pur. Fliegen kann so schön sein, manchmal auch mit Überraschung. Inzwischen sind die beide natürlich miteinander verheiratet.

Surprise during final approach on runway 26

‘Never touch a running system‘, might have been Jürgen’s thoughts when pondering the state of happiness in his family life. His partner Andi seems to be satisfied with what they’ve accomplished and the relationship is mostly harmonious. They have a roof over their head, two children; what more could they want?

However, there was the occasional sentence that could indicate a tendency towards thinking marriage is something wholesome and practical. Additionally, such an element of surprise might turn out to be the wind under their relationship’s wings.

Maybe it was this saying that made him turn to the glider pilots for help with his marriage proposal. After a short briefing and action-plan drafting, everyone was good to go: three quarters of the family had gathered to give Andi a treat – a sightseeing flight in a power glider.

Meanwhile, Jürgen had painted his marriage proposal in large letters on a cloth banner. A few glider pilots held it in position on runway 26, making it easy for Andi to spot during landing. Unfortunately, it didn’t register with Andi who (apparently oblivious to her boyfriend’s endeavours) probably took the wedding proposal for perimeter advertising, so the power glider had to do a go-around.

During the circuit flight, there was enough time for Andi to talk to the pilot about what happened. Additional little hints from the pilot to put everything into a more personal context made the aha-experience everyone had hoped for possible during the final landing. ”All right, I get it. This is a marriage proposal made by my Jürgen.“ Circuit-flight mission accomplished.

Aviation can be heaven - sometimes it even comes with a little surprise.

Andi and Jürgen got married in autumn 2017.

Weihnachtsfeier im Clubheim

von Manfred Schwarz

Wörishofer Segelflieger feiern in ihren Vereinsräumen mit Mitgliedern und Familienangehörigen

In der Weihnachtszeit kann es terminlich schon mal eng werden, wenn sich die vielen Weihnachtsfeiern in den letzten Tagen vor Weihnachten drängeln und die Entscheidung, zu welcher Weihnachtsfeier man jetzt gehen soll, manchmal schwer fällt. Den Mitgliedern und deren Familienangehörigen ist es wohl nicht schwer gefallen, sie haben sich für einen romantischen Abend mit Glühwein, Plätzchen und einem funkelnden Weihnachtsbaum entschieden. Damit so ein Abend in guter Atmosphäre gelingen kann, braucht man Vereinsmitglieder, die gut organisieren können, großes Engagement zeigen und bei Bedarf auch zaubern können. Über diese besondere Eigenschaft scheint Norbert zu verfügen. Ihm ist es gelungen, wenige Stunden vor der Weihnachtsfeier einen Weihnachtsbaum herbeizuzaubern und dann noch Johanna dafür zu gewinnen, dem Bäumchen etwas Weihnachtlichen Glanz zu verpassen.
Das Weihnachtsmenü hat Jürgen organisiert und bei seiner Weitsicht berücksichtigt, dass neben dem Ratsherrenbuffet auch Vegetarier satt werden können. Weil die Gäste noch zahlreicher als erwartet kamen, musste man etwas enger zusammenrücken - der fröhlichen und ausgelassenen Stimmung hat es nicht geschadet, im Gegenteil.
So richtig lustig wurde es, als Christian seine Gitarre auf den Schoß nahm und ordentlich an den Saiten zupfte. Sein selbst komponierter Liedtext über die Fluglehrer war der Kracher des Abends. Für die Segelflieger war es ein gelungener Jahresabschluss und eine tolle Weihnachtsfeier.

Glider pilots of Wörishofen celebrate Christmas at the club with fellow members and their families

Christmas time can be a tricky one when it comes to deciding which of the many Christmas parties to attend. However, members of the gliding community and their families didn’t seem to have any troubles choosing a romantic evening at the club with Glühwein, Christmas cookies and a sparkling Christmas tree. In order to stage an event as atmospheric as this you’d want members who are committed, good at organising and who can even perform miracles at times. Norbert seems to be the man with just the right qualities for the job. As if by magic, he managed to get hold of a Christmas tree a few hours before the party and, to top it off, he persuaded Johanna to endow the little tree with a Christmassy sheen.
Jürgen was to arrange for the Christmas menu and, considerate as he is, catered for both the meat lovers and the vegetarians. Due to the unexpected high number of guests everyone had to budge up a little which, apparently, just added to the cheerful spirit of the evening.
Things got very funny when Christian took his guitar and really worked its strings. His self-written lyrics about the flight instructors were the stunner of the night. All in all, the party at the club was both a successful annual closure and a great Christmas party.

Wörishofens segelflygare firade Jul i Klubbhemmet tillsammans med andra klubbmedlemmar och deras familjer

Så i jultider kan det vara svårt att finna tid att hämta andan mellan alla julfestiviteter och valet till vilka festiviteter man går är inte lätt. För klubbens medelemmar och deras familjer var valet tydligen inte svårt. De valde en romantisk kväll med Glühwein och kakor, samt en skinande julgran.
För att kunna skapa en så bra atmosfär behöver man medlemmar som har en talent till att organisera och som gärna engagerar sig. Samt om det behövs kan trolla. Dessa speciella egenskaper verkar Norbert att ha. Han lyckades bara ett par timmar innan festens början att trolla fram en gran. Därutöver lyckades han att övertalla Johanna till att förvandla denna till en äkta julgran.
Julbords menyn oraniserade Jürgen, och han tog hänsyn till att inte bara få köttälskare utan även vegetarianer mätta. Då det kom mer gäster än de man räknat med, fick man sitta lite tätare tillsammans. -Den trevliga och mysiga atmosfären tog inte skada av detta utan snarare tvärtom.
Så riktigt roligt blev det då Christian tog fram sin gitarr. Hans egenkomponerade text över våra flyglärare blev kvällens hit. För segelflygarna blev det ett lyckat slut på året och en super trevlig julfest.

Zielstrebigkeit lohnt sich

von Manfred Schwarz

Magnus Becke absolviert mit 14 Jahren seinen ersten Alleinflug

Schon lange bevor er mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten beginnen durfte, hat sich Magnus mit dem Flugbetrieb beschäftigt und übergangslos aktiv eingebracht. Für die meisten Scheinpiloten war seine Zuarbeit im Flugbetrieb schon Normalität. Ob beim Aufbau von Segelflugzeugen oder dem Aufbau des Flugbetriebs, Magnus war Teil des Teams.
Als Magnus dann 14 wurde und mit seiner Ausbildung begann, wurde einigen bewusst, es hat sich was verändert: Magnus stand nicht mehr ständig zur Verfügung, Magnus war mit seinem Fluglehrer in der Luft und kreiste unter einer Wolke überm Skyline Park in 800 m über dem Boden. Die Zeiten hatten sich geändert, Magnus lernte LEPO fahren, Traktor fahren und machte sich mit der Seilwinde vertraut. Mit LEPO bezeichnet man auf deutschen Segelflugplätzen das Seilrückholfahrzeug. Über die Herkunft und Worterfinder gibt es keine eindeutigen Belege. Angeblich ist der Ursprung auf der Wasserkuppe zu finden, andere sind davon überzeugt, dass es sich Flugschüler in der Flugschule in Oerlinghausen ausgedacht haben. Auf beiden Flugplätzen war es üblich, dass man als Seilrückholfahrzeug einen OPEL benutzt hat. Liest man Opel rückwärts ergibt sich LEPO. Jeder Segelflieger kennt den Begriff und weiß, was damit gemeint ist, eben ein Fahrzeug, das die Schleppseile von der Startwinde zum Start für den Flugzeugschlepp zurückholt.
Jedes Wochenende, jeder Tag an dem Segelflugbetrieb möglich war, stand Magnus schon vor 9:00 Uhr vor der Flugzeughalle und hat ungeduldig darauf gewartet, dass die Hallentore geöffnet und die Segelflugzeuge für den Flugtag vorbereitet werden. So viel Engagement und Zielstrebigkeit hat sich am Schluss ausgezahlt, in nur fünf Monaten hat es Magnus vom ersten Start bis zum ersten Alleinflug geschafft. Nach 62 Starts mit Fluglehrer sitzt er jetzt bei sommerlichen Temperaturen  mit einigen Schweißperlen auf der Stirn allein im Doppelsitzer und wartete darauf, dass der Windenfahrer das Seil anzieht. Nach drei Starts alleine ist es geschafft, Magnus darf ab sofort mit Flugauftrag vom Fluglehrer alleine fliegen. Und wenn er so weitermacht, wird er wohl schneller mit der Ausbildung fertig sein, als es das Luftamt Süd vorsieht. In der Zwischenzeit kann er ja mal wieder LEPO fahren oder es neuen Flugschülern beibringen.