Vereinschronik

Chronik ab 1934

1934 – Die Bad Wörishofener sahen wohl manchmal gegen den Himmel wenn ein Flugzeug durch die Luft brummte, aber noch kein Wörishofer sah seine Heimat von oben. Ein paar junge Männer, Hans Thomsche, Spengler von Beruf, Willy Müller, Schreiner seines Zeichens, Hans Immerz, Bahnbeamter und ein Vierter, namentlich nicht mehr bekannt, haben eines Abends im Café Wittelsbach in eine Ecknische zusammengesetzt und darüber nachgedacht, wie man auch in Bad Wörishofen mit dem jungen Sport, der Segelfliegerei, beginnen könnte.  Von diesem Abend an sprang der Funke auf eine ganze Reihe junger Männer über, die mit dabei sein wollten eine Flugbewegung ins Leben zu rufen. Gleichgesinnte brauchten nicht erst geworben, sondern nur angesprochen zu werden. Noch im Sommer 1934 gründeten Dein Josef, Höb Hans, Huber Adolf, Immerz Hans, Kammik Ludwig, Kurdirektor Kirchgässner, Kreuzer Karl, Landmann Hans, Leuterer Hans, Linder Josef, Linder Michael, Müller Peter Paul, Müler Willy, Reitberger Franz, Satzger Franz, Specht Hermann, Thomsche Hans und Trautwein Ignatz den Segelfliegertrupp Bad Wörishofen, angegliedert an die Ortsgruppe Ottobeuren, die damals schon bestand. Dachorganisation war der Deutsche Luftsportverband (DLV).


RichtfestAls Truppenvostand wählten sie aus ihrer Mitte den damaligen Kurdirektor Kirchgässner. Kaum war der Trupp gegründet, lag schon die Initiative und der Plan zum Bau einer Fliegerhalle vor.nArchitekt und Mitglied P. P. Müller hatte eine Halle konstruiert, die zwar einfach zu bauen war, aber heute noch dasteht, als wolle sie 100 Jahre überdauern. Diese Segelfliegerhalle, an der heutigen Kemptener Straße mit der Hausnummer 1 stehend, ist fortan zum Inbegriff in Bad Wörishofen geworden. Der Baugrund damals einsam auf weiter Flur an einem Feldweg, stellte die Gemeinde kostenlos zur Verfügung. Die Baumaterialien für die Halle stifteten zum größten Teil Bad Wörishofen Firmen als auch Firmen aus der näheren Umgebung.

Hervorgehoben werden darf die auch damals große Förderbereitschaft der Bad Wörishofer Bürger und deren Verständnis für den Segelflugsport. Die Halle bereits mit Dacheindeckung und FensterausschnittenNoch im gleichen Jahr wurde, ebenfalls unter tatkräftiger Mitwirkung von Förderern der Hallenbau vollendet. Eine bravouröse Leistung. Kaum ein Dach über dem Kopf, begann unter fachmännischer Leitung von Willy Müller 1925 der Bau eines Schulgleiters vom Typ „Grunau“ – man nannte diesen Typ auch „Schädelspalter“, weil vor dem Pilotensitz und dem Kopf des Piloten eine senkrechte Holzstrebe angebracht war. 1936 konnte schon als zweites Flugzeug ein Schulgleiter „SG35 Zögling“ angeschafft werden. Die Schulgleiter standen wochentags aufgebaut in der Halle und an jedem Sonntag herrschte mit Anfangsschulung reger Flugbetrieb, je nach Windrichtung am Kirchdorfer Hügel oder Weichter Hand. Die Schulgleiter wurden mit sogenanntem Kuller von Hand zu Fuß zum Fluggelände transportiert. Gestartet wurde von oben des Hangs mit Gummiseil. Zur weiterführenden Schulung besuchten die Bad Wörishofer Ikarus-Jünger Segelflugschulen, zum Teil bis an der Ostsee. Aber nicht nur der praktische Segelflug wurde in Bad Wörishofen betrieben. Sehr aktiv engagierte sich eine den Fliegern angegliederte Modellbaugruppe. Modellbau war seinerzeit eine Vorstufe zum Segelflug. Schon zehnjährig fühlten sich die Buben als zukünftige Flieger und waren Stolz auf ihre selbstgebauten Flugmodelle.

 

Fluglehrer Hans Leuterer mit seinen Flugschülern an einem Schädelspalter1937 wurde der noch halbwegs zivile DLV (Deutscher Luftsport-Verband) – Fliegerei im Zuge der politischen Entwicklung in das NFSK (National-Sozialistische Flieger Korps) umfunktioniert. Die Jungflieger ab 14 Jahren, die fortan mehr und mehr den Flugbetrieb prägten, waren in der Flieger-HJ organisiert. Gott sei Dank war aber auch das NFSK keine verbrecherische NS-Organisation und die Flieger-HJ schon gleich gar nicht, wenn gleich mehr und mehr das Segelfliegen, vor allem während des Krieges, als vormilitärische Ausbildung angesehen wurde. 1939 wurde der Grunau 9-Gleiter ausgemustert und durch einen Schulgleiter SG38 ersetzt. Der Segelflug in Bad Wörishofen endete mit dem Kriegsende 1945. Die Wörishofer Schulgleiter wurden noch Monate vor Kriegsende zu anderen Segelfluggeländen hin abgezogen. Die Segelfliegerhalle diente in den letzten Kriegsmonaten als Auslagerungshalle des damalig hiesigen Militärflugplatzes.

Niemals mehr fliegen (1945 - 1950)

Ende April 1945 marschierten die Amerikaner in Bad Wörishofen ein. Einen Tag vorher nach beschossen amerikanischer Jabo`s den hiesigen Militärflugplatz, wobei die am Westrand des Flugplatzes stehende Segelfliegerhalle auch Einschüsse durch das Dach abbekam. Mit dem Kriegsende war auch die Fliegerei in Deutschland zu Ende. Niemals mehr, so hieß es damals von den Segelfliegern, dürfen Deutsche mehr fliegen. Das alliierte Kontrollratsgesetz Nr. 16 und 26 verhängte das totale Flugverbot über alle Deutschen. Es sollte das „Aus“ für jede fliegerische, ja sogar fliegergedankliche Tätigkeit in unserem Lande sein. Vor allem für die Segelflieger, die Fliegen des Fliegens wegen als Sport sahen, eine deprimierende Prophezeiung. – Aber man sollte niemals „nie“ sagen.

Chronik ab 1950

Kaum 5 Jahre später, für die vom Fliegergeist beseelten – junge und am Leben gebliebene Kriegsflieger – waren es allerdings trübe Jahre, erlaubte eine Lockerung des Kontrollratsgesetzes, wieder die Gründung von Fliegervereinigungen. Deren Tun war aber nur auf gesellige Bestrebungen begrenzt. Doch mancherorts schlugen diese geselligen Bestrebungen bald Wurzeln in Form von Flugmodellen und sogar in Teilen für Segelflugzeuge. Auch in Bad Wörishofen waren zu dieser Zeit schon wieder Kräfte an Werk, die zu mobilisieren begannen. Als erster Aktiver darf hier wohl Karl Englmair genannt werden. Bald übertrug er seine Gedanken auf Gleichgesinnte und am 2. Dezember 1950, im damaligen Lindengarten, fand unter starkem Interesse die Gründungsversammlung des „Aero-Club Bad Wörishofen“ statt. Getragen war diese Vereinigung in der Mehrzahl von ehemaligen Kriegsfliegern und so war es fast selbstverständlich, dass der aus dem Krieg hochdekorierte Walter Dahl zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Ein Verein mit der stattlichen Zahl von 30 Mitgliedern war neu entstanden, aber Fliegen, das war vorerst nur in Gedanken möglich. Das alliierte Flugverbot war noch in Kraft. Auch Fluggeräte gab es noch nicht in der ehemaligen Segelfliegerhalle hatte sich nach dem Krieg ein Betrieb eingenistet. Modellbau war vorerst die praktische Tätigkeit, mit der man die Zeit überbrückte. Vor allem die Jugendlichen begannen sich darin zu üben. Wenige Wochen später, Anfang 1951, fielen die Schranken des Flugverbots und die 

Rumpfbau des SG 38 in der alten Segelfliegerhalle

Begeisterung schlug hohe Wellen. Ein weiterer glücklicher Zufall stellte sich ein, die Segelfliegerhalle wurde frei und vom Stadtrat wieder den Segelfliegern zugesprochen. Nun konnte weiter disponiert werden, denn man wollte ja möglichst bald fliegen. Der Aero-Club Bad Wörishofen schloss sich mit den Luftsportgruppen Grönenbach, Kaufbeuren und Kempten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen und diese beschloss den Bau von vier Schulgleitern des bewährten Typs „SG 38“. Auf die Bad Wörishofer, die vorerst als einzige in der glücklichen Lage waren ihre Halle wieder zu besitzen, fiel das Los der Endmontage dieser vier Schulgleiter.

Unter der sachkundigen Leitung und dem beispielhaften Fleiß von Sepp Friedel wurden die von den anderen drei gefertigten Teilen zu Flügeln, Leitwerken und Rümpfen zusammengebaut. Die Begeisterung und der heiße Wunsch, bald fliegen zu wollen, ließ oft die Zeit vergessen und so erloschen die Lichter in der Werkstatt oft erst lange nach Mitternacht. Der sprichwörtliche Rhöngeist war in die Bad Wörishofer Segelflughalle eingezogen. Anfang 1952 war es dann soweit. Der als vierter fertiggestellte Schulgleiter stand aufgerüstet in der Halle und konnte vom Bauprüfer abgenommen werden. In einer Feierstunde wurde, zwar bei windigem Regenwetter, unter Teilnahme der Öffentlichkeit vor dem Kurhaus, der stolze Gleiter auf den Namen seines Baumeisters „Seppele“ (Friedel) getauft.Taufe des Schulgleiters SG 38 vor dem Kurhaus Einige Tage später bei schönem Wetter, machte dann der „Seppele“ mit Hilfe eines Gummiseiles seine ersten Hüpfer auf heimischem Gelände. Wohl jeder, der von früher mehr oder weniger Geübten, der sich auf den Pilotensitz wagte, tat dies mit einigem Herzklopfen. „Kann ich es noch, bring ich das Ding wieder gut an den Boden, enttäusche ich meine Kameraden nicht?“ Solche und ähnliche Gedanken schwirrten in den Gehirnen der wiederauferstandenen Ikarusjünger. Bei manchem musste wohl die Begeisterung und der Mut über die Hemmungen siegen. Das war jedenfalls die Wiedergeburt des schönen Segelflugsports in der Kneippstadt. Mit schnellen Schritten eilte nun die Entwicklung in der Bad Wörishofer Segelflugbewegung weiter. Noch während des Schulgleiterbaus wurde der Bau einer Segelflugzeug-Startwinde in Angriff genommen. Für ganze 30,00 DM wurde ein Motor Marke „Packard“ mit 138 PS bei einem Schrotthändler erstanden. Die Winde konnte 1953 in Betrieb genommen werden. Nun war es möglich, richtige Hochstarts zwischen 300 und 500 Meter auszuführen. Mit dem Schulgleiter war dies eine luftige Sache. Zwischenzeitlich stellte sich im Verein, durch die beiden Mitglieder Dittel und Englmair, ein noch aus der Kriegszeit stammender Leistungssegler des Typs „Rhön-Bussard“ ein. Auch die Wiederauffrischung der Kenntnisse und Schulung junger Segelflieger begann unter der Anleitung des bewährten alten und neuen Segelfluglehrers Kurt Schmidt.

 

Der Vorsitzende Walter Dahl verzog aus Bad Wörishofen und unter dem neuen Vorsitzenden Hermann Groschwitz entschloss sich der Verein zum Kauf eines Leistungsdoppelsitzers „Bergfalke II“. Spenden und Bürgschaften von Mitgliedern ermöglichten diese Anschaffung. Bereits im Juli 1953 präsentierte sich der neue Segler, ebenfalls anlässlich seiner Taufe auf den Namen „Kneippianer“, der Bürgerschaft von Bad Wörishofen und den Kurgästen vor dem Kurhaus. Der Bergfalke II, heute noch im Dienst, stellte einen gewaltigen Fortschritt dar. Die Schulung konnte fortan doppelsitzig sicherer und besser vonstatten gehen und Gäste durften sich Bad Wörishofen von oben ansehen. 1955 gesellten sich, als Leihgabe der Gebrüder Mock, ein ebenfalls aus der Kriegszeit geretteter Übungssegler vom bekannten Typ „Grunau-Baby 2“ zum Verein. Viele 5-Stunden-Flüge, Höhenflüge und auch einige Überlandflüge für das Silber-C-Leistungsabzeichen wurden auf dem braven Grunau-Baby abgeritten. 1958 schüttelte, überraschend für alle Mitglieder, eine Krise den Verein. Die Mannschaft war in Ordnung, ebenso der Gerätepark. Mit dem Fluggelände gab es auch keine Probleme. Die Finanzen aber, glitten offensichtlich aus dem Ruder. Der Bergfalke II wurde 1953 zum Großteil mit Bankkrediten angeschafft. Hans Endres, Mitte der 50iger Jahre, im Bergfalke II

Die Kalkulation, dass sich die aufgenommen Kredite binnen weniger Jahre durch den Flugbetrieb abbezahlten, ging nicht auf. Anstelle dass sich die ursprünglichen Bankschulden von ca. 8.000,00 DM verringerten, stiegen auf über 11.000,00 DM an. Beratungen ergaben die Notwendigkeit einer neuen Vereinsführung. Hans Endres war, zwar gegen seinen Wunsch, der erkorene „Glückliche“. Mit seiner übernommenen Bürde war er nicht zu beneiden. Die tatkräftige Mithilfe seiner Kameraden aber machten es möglich, die Schulden innerhalb von 2 Jahren abzubauen und dazu noch den Rohbau eines Ka 6-Röhnseglers zu erstehen. Nach vielen, mit Begeisterung geleisteten Arbeitsstunden stellte sich im Frühjahr 1961 das fertige Hochleistungsflugzeug vor. Eine stattliche Menschenkulisse nahm wiederum vor dem Kurhaus unter Klängen der Blaskapelle auf der Taufe des Seglers auf den Namen „Bad Wörishofen“ teil. Der Taufpate war wieder 1. Bürgermeister Anton Ledermann.

Fünf Jahre bei regem Flugbetrieb, stetigem Aufwärtstrend und gedeihlicher Vereinsarbeit vergingen. Flugschüler wurden laufend ausgebildet. Leistungsflüge mit Strecken bis über 300 km ausgeführt und Gästen das herrliche Gefühl des Segelfliegens vermittelt. Der Alpensegelflugplatz Höfen bei Reutte in Tirol war fast alljährlich Urlaubsdomizil unseres Vereins. Pfingstsonntag 1965 – ein herrliches Thermikwetter, Hans Endres startete an diesem Vormittag zu seinem zweiten, aber leider letzten Segelflug. Nach einem etwas 20-Minuten-Flug berührte bei der Landung ein Flügel seines Flugzeugs den Boden und zerschellte. Gott sei Dank waren seine Verletzungen nicht allzu schwer. Hans Endres war nach wenigen Tagen im Krankenhaus wieder guter Dinge und seine Genesung schritt voran. Für ihn war es keine Frage, dass Segelfliegen sein Sport bleiben würde. In wenigen Wochen schien alles wieder im Lot zu sein. Kaum drei Wochen später, wir konnten es alle nicht fassen, schlug das Schicksahl unberechenbar zu. Eine nicht voraussehbare Lungenembolie riss Hans Endres aus seiner Familie, aus seinem Geschäft und aus dem Kreis seiner Segelflieger. Es war mehr als ein herber Verlust. Es ist traurig, dass er heute nicht unter uns sein kann. Josef Mock wurde nun für die folgenden Jahre ans Ruder gesetzt. Im Sinne seines Vorgängers, umsichtig wie dieser es selbst getan hätte führte er die Segelflieger, bis er 1971 die Bürde und große Verantwortung seinem Nachfolger Dr. Albert Wanner übergeben konnte. Der eingetretene Aufwärtstrend des Segelflugsports in Bad Wörishofen setzte sich unter dem Vorsitz von Dr. Albert Wanner stetig fort. Die Finanzen waren gesund, die aktive Mannschaft zählte 25 Leute worunter ein erfreulicher Nachwuchs zu verzeichnen war und eine breite Basis von fördernden Mitgliedern stützte den Verein. Der Fluggerätepark erweiterte sich 1971 um den zweiten Doppelsitzer „Bergfalke IV“ und 1973 ging eine moderne, leistungsstarte selbstgebaute Doppeltrommelwinde in Betrieb. Einen weiteren Zuwachs erfuhr der Flugzeugpark 1975 mit der Anschaffung des aus Kunststoff gebauten Seglers „Astir CS“.
1981, nach neun erfolgreichen Amtsjahren und seiner Pflicht genüge getan zu haben, meinte Albert Wanner sei es an der Zeit, dass er von seinem Amt als 1. Vorsitzender abgelöst werde. In einer Mitgliederversammlung im Februar 1981 wurde Josef Wiedemann, schon gut eingearbeitet in die Materie, zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

Segelflieger verlieren Fluggelände

Noch in der Phase des Sonnenscheins entwickelten sich aber bereits für die Segelflieger stetig dunkler werdende Wolken am Horizont. Der Kurort litt schon lange unter einem stärker und lästiger werdenden Durchgangsverkehr vor allem von Nord nach Süd und umgekehrt. Am Durchgangsverkehr anliegende Bürger verlangten immer dringender eine Umgehungsstraße.

Ein Streit, mit dem im Osten der Stadt grundbesitzenden Landwirten und Gartenstadtbewohnern einerseits und dem Stadtrat in der Mehrheit und dem staatlichen Straßenbauamt andererseits, hatte sich aufgetan. Jahrelang beherrschte dieser Streit die Kommunalpolitik. Schließlich fiel die Entscheidung zu Gunsten einer Straßentrasse zwischen der Stadt und der Gartenstadt. Dies bedeutete über kurz oder lang das „Aus“ für unser seit 1952 bestehendes Segelfluggelände. 1990, nicht lange nach der Entscheidung für die vorgesehene Straßentrasse – die Grundstücksverhandlungen waren noch nicht abgeschlossen und noch vor Beginn unserer Flugsaison – fuhren mitten in unser Fluggelände Baumaschinen auf und begannen mit Erdarbeiten. Von keiner Seite über den Anfang der Baumaßnahmen verständigt, wurden wir Segelflieger überrascht. Wir hatten keine Chance Vorbereitungen für die nunmehrige Situation zu treffen. War dies das „Aus“ für den Segenflug in Bad Wörishofen, vielleicht auch für den Verein?

Als vorläufiger Trost blieb uns nur die Erinnerung an die, seit den 60-iger Jahren immerwährend von Bürgermeister und Stadträten gegebenen Versprechungen, dass, falls das Segelfluggelände einem Straßenbau zum Opfer fällt, uns die Stadt zu einem neuen Segelfluggelände verhelfen wird.

Wie ging es weiter...

Wichtig war es, den Verein am Leben zu erhalten. Dazu hatten wir vorerst nur die Möglichkeit bei benachbarten Vereinen auszuweichen. Zu Zigeunern umfunktioniert, reichte das aber nur aus, unsere Flugscheine nicht verfallen zu lassen. Die bisherigen Haupteinnahmen durch Flugbetrieb waren weg. Die Vereinseinnahmen bestanden nur noch aus den Beiträgen der Mitglieder. Also den Gürtel enger schnallen und zwei von vier Flugzeugen stilllegen. Als Gäste auf anderen Plätzen waren für uns die Startmöglichkeiten beschränkt und die Startgebühren hoch. Auch die Ausbildung von Flugschülern war nicht mehr möglich.

Als Dauerzustand bedeutete dies den Anfang von Ende. Die Rettung ans andere Ufer konnte nur ein neues Fluggelände sein. Ein Vorstoß im Süden der Gartenstadt zu einem neuen Fluggelände zu kommen, scheiterte an der globalen Ablehnung der Landwirte. Für uns war diese Ablehnung insofern eine herbe Enttäuschung, als wir auf dem alten Fluggelände ein bestes Verhältnis mit den dortigen Landwirten hatte. Uns blieb das deutliche Gefühl, die Prügel für die Entscheidung des Stadtrates zu der beschlossenen Straßentrasse, einstecken zu müssen. Eine Unterstützung von außerhalb des Vereins für ein neues Fluggelände war zu diesem Zeitpunkt – 1990 – nicht zu erkennen. Unter diesen Gegebenheiten und Aussichten schmolz der Bestand an aktiven Mitgliedern schnell zusammen. Nicht jedermanns Sache war es, weiterhin unter diesen Umständen Beiträge und Leistungen in den Verein einzubringen. Einige Aktive wechselten zu anderen Vereinen, andere zogen sich ganz aus dem Segelflugsport zurück. In dieser Situation kamen selbst in der Vorstandschaft Gedanken auf, ob es nicht sinnvoll wäre, mit den Verbliebenen im Verein und mit den Gerätschaften, einem anderen benachbarten Verein beizutreten. Solche Vorstellung war keine aufmunternde Beschäftigung für die Verantwortlichen.

Der übriggebliebene restliche harte Kern warf aber die Flinte nicht ins Korn, blieb dem Verein verbunden und „zog die Karre weiter durch den Dreck“.

Wir bekamen ein neues Segelfluggelände

Durch die Erfahrung im Süden mit einem neuen Fluggelände hatten wir wenig Hoffnung in Norden anderes zu erfahren, obwohl in der dortigen Kirchdorfer Flur von der Geländebeschaffenheit her noch die Möglichkeit zu sehen war. Wohl die Not der Segelflieger erfahren, kam 1992 Stadtrat Josef Fischer aus Kirchdorf auf uns zu und bot uns Hilfe an. In Gesprächen mit den betreffenden Landwirten öffnete Herr Fischer für die Segelflieger die Tür. Die Vorsitzenden des Vereis traten sofort in Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern ein und nach einigen Gesprächen waren Pachtverträge mit 30-jähriger Laufzeit formuliert und abgeschlossen. – Eine Begutachtung des Luftamtes ging selbstverständlich dem Akt voraus –. Herrn Josef Fischer möchten wir an dieser Stelle herzlich danken. Ohne seinen persönlichen Einsatz gäbe es wahrscheinlich heute keine „Segelflugverein Bad Wörishofen“ mehr und kein Kurgast käme mehr in den Genuss, von einem Segelflugzeug aus Bad Wörishofen und seine Umgebung von oben betrachten zu können. Die abgeschlossenen Pachtverträge waren Voraussetzung für alles weitere Vorgehen.

Der nächste Schritt

Jetzt waren die Stadt, Herr Bürgermeister und die Stadträte gefragt, ihr Versprechen und das ihrer Vorgänger einzulösen, den Segelfliegern zu einem neuen Fluggelände und zu einer dortigen neuen Halle zu verhelfen. Schließlich kam die Trasse für die Umgehungsstraße, mitten durch das seit 1952 bestehende Segelfluggelände, nicht zuletzt durch Beschluss des Stadtrates zustande. Das neue Segelfluggelände war nun schon durch die abgeschlossenen Pachtverträge gesichert. Der Bau einer neuen Halle stand jetzt im Mittelpunkt. In Voraussicht waren von Seiten der Segelflieger bereits Pläne gefertigt und eine Kostenkalkulation aufgestellt, welche vom Stadtbaumeister geprüft, für realistisch und in Ordnung befunden wurden. Mit diesen Vorlagen traten wir dann wegen Kostenbeteiligung der Stadt in Verhandlungen mit Herrn Stadtkämmerer Bauer ein. Die Gespräche brachten folgendes Ergebnis: Die Stadt unterstützt die Einrichtung des neuen Fluggeländes und den Bau einer Halle mit Holzlieferung aus vorhandenen Windwurfbeständen, einen Teil des benötigten Kieses für Zufahrtsweg und Auffüllung der Baugrube und einem festen Geldzuschuss für die Gesamtmaßnahme. Desweiteren stellt die Stadt das Grundstück für die Halle mit Vorplatz und Parkplatz und zwei weitere Grundstücke, die im Bereich der Start- und Landebahn liegen, zur Verfügung. Der spätere Unterhalt der Halle und die Pflege des Fluggeländes sowie alle weiteren Kosten hat der Verein zu bestreiten. Der Segelflugverein, darf, solange er besteht, die Halle und die Grundstücke nutzen. Somit und nachdem die Halle außerdem auf städtischen Grund steht, ist diese ein städtisches Gebäude wie alle städtischen, von Vereinen genutzten Gebäude und Räumlichkeiten. Das so zustande gekommene Verhandlungsergebnis wurde in einer Vereinbarung und in einem Pachtvertrag, zwischen der Stadt Bad Wörishofen und dem Aero-Club, fixiert und am 14.10.1992 von Bürgermeister Möckel und dem ersten und stellvertretendem Vorsitzenden Wiedemann und Becke unterzeichnet. Die materiellen und finanziellen Zuwendungen der Stadt rechneten sich damit ungefähr als zwei Drittel der Gesamtaufwendungen aus. Etwa ein Drittel haben die Segelflieger als Eigenleistung selbst aufzubringen. Da der Verein für die anstehenden Investitionen keine Geldmittel zur Verfügung hat, können die Eigenleistungen nur als Arbeitsstunden von den Mitgliedern erbracht werden. – Eine harte Bewährungsprobe für den Verein –. In einer Mitgliederversammlung am 14.11.1992 wurden je aktives Mitglied 150 Arbeitsstunden, ersatzweise 55,00 DM für jede geleistete Arbeitsstunde beschlossen und festgeschrieben. Mehrere passive Mitglieder erklärten sich ebenfalls bereit, je eine angegebene Zahl von Arbeitsstunden zu leisten. In dem Wissen, dass die 1992 auf der Basis aktueller Preise erstellte Kostenkalkulation aufgrund laufender Teuerungen keine beständige Gültigkeit haben kann, durfte bis zur Inangriffnahme der Bauarbeiten keine Zeit verschwendet werden. Eilends holten wir schon im Voraus gezeichnete Pläne aus der Schublade, gaben diese dem Statiker für Berechnungen und reichten den Bauantrag bei der Stadt ein.
Gleichzeitige Bedenken, dass die zur Verfügung stehenden Mittel und die mögliche Eigenleistung nicht ausreichen, veranlasste uns noch andere Quellen, die uns unterstützen könnten, zu finden. Auf der Suche haben wir bald Erfolg gehabt, erklären sich verschiedene Firmen bereit, uns bei Gewerken, die wir z. B. mangels Geräten nicht selbst in der Lage waren auszuführen, oder mit Preisnachlässen bei Leistungen oder Materialeinkäufen zu sponsern.

Bereits vorbereitet...

waren die Unterlagen mit Plänen und Anträgen für die luftrechtliche behördliche Genehmigung zur Anlegung und Einrichtung eines neuen Segelfluggelände. Ein zusätzlich verlangtes Sachverständigengutachten, welches vom Antragsteller privat in Auftrag gegeben werden musste, sorgte wegen der hohen Kosten (10.000 DM) für Aufregung. Auch luftverkehrsrechtliche Regelungen mit dem am Ort bestehenden privaten Motorflugplatz waren auszuarbeiten und zu treffen. Ein öffentliches Ausschreibungsverfahren mit einer langen Latte von Instanzen und Interessengruppe, die gehört werden mussten, war ebenfalls Gegenstand des Genehmigungsverfahrens. Natürlich gab es daraus etliche Ein- spräche auch der unglaublichsten Art. Bei einigen hätte man den Eindruck haben können, Segelflieger sind die größten Naturschänder und Umweltzerstörer die es auf diesem Planeten gibt. 
Gott sei Dank aber behielt Sachkenntnis und die Vernunft der letztentscheidenden Behörden das Sagen. So bekamen wir mit Datum vom 18.02.1994 von der Regierung von Oberbayern - Luftamt Südbayern die Genehmigung zur Anlegung und zum Betrieb eines Segelfluggeländes. Damit war aber die Flugbetriebsaufnahme, die noch von einer Platzabnahme abhängig war, noch nicht gestattet. Wenigstens leuchtete aber Grünes Licht für zu tätigende Investitionen auf dem neuen Platz. Eilends wurde die bis dahin von der Baugenehmigungsbehörde zurückgehaltene Baugenehmigung für die Halle reklamiert, mit Baufirmen verhandelt und Vorbereitungen für den Baubeginn getroffen. Im Mai 1994 erfolgte dann mit den Erdarbeiten die Bautätigkeit. Bei den anschließenden Fundamentbauten und Einbau eines 6 x 6 Meter großen Kellers traten auch die Mitglieder unseres Vereins, mit Eigenleistungen in Form von Mithilfe an. Parallel dazu ließ ein Zimmereibetrieb nach von uns erstellten Holzlisten die Hölzer für das Gerüstwerk sägen und begann alsbald mit Abbindearbeiten. Im Juli bereits stellte der Zimmereibetrieb mit den von den Segelfliegern selbst gefertigten Eisenbeschlägen, Ankereisen und Stahl-Zugstäben das Holzgerüst auf. Damit waren die wesentlichen und kostenträchtigsten Fremdleistungen erledigt. Kaum hatte der Zimmereibetrieb die Baustelle verlassen waren mit dem Aufbringen der Dachschalung wieder unsere Eigenleistungen gefragt. 725 Quadratmeter Dachschalung mit Pappeabdeckung aufzubringen war für uns Nichtfachleute ein schönes Stück Arbeit. Ebenso die anschließende Dacheindeckung mit über 6 Meter langen Profil- blechen. Eine Spezialfirma sponserte den Einbau eines Asphaltfußbodens in die Halle und ebenso den Einbau einer Asphaltdecke auf den ial1envorplatz. - An dieser Stelle sei die Anmerkung erlaubt, dass zahlreiche Sponsoren uns in Form von Bauleistungen, Teillieferungen, Materialbestellungen, Hilfestellungen, Preisnachlässen usw. unterstützt haben, ohne die wir nicht in der Lage gewesen wären, die Hallenanlage zu errichten. Eine Auflistung all dieser Firmen und Leute soll am Schluss dieser Broschüre unseren Dank für ihre Hilfe dokumentieren -. Als nächstes war die Außenverschalung anzubringen. Ein Holzbetrieb gab uns die Möglichkeit auf einer Maschine Bretter zu hobeln. Ca. 380 Quadratmeter, mit Anstrich versehen, waren anzunageln. Unsere Spezialisten besorgten dies mit Augenmaß. Und so ging es weiter mit fast nur Eigenleistungen bei allen Gewerken, Ausrüstungen und Einbauten bis die Halle selbst fertig war. Flugzeuge in aufgebautem Zustand und sonstige Gerätschaften hatten nunmehr ihren Stall.

Neuer Name für den Verein

Seit längerer Zeit schon war zu bemängeln, dass die bestehende Vereinssatzung den gesetzlichen Bestimmungen und den Vereinsbedürfnissen nicht mehr angemessen war. Die Vereinsführung legte einen neuen Satzungsentwurf vor, der u. a. die änderung des Vereinsnamens beinhaltete. Die seit Wiedergründung (1950) des Segelfliegervereins eingeführte Bezeichnung „Aero - Club Bad Wörishofen e. V.“ sollte in die, dem eigentlichen Zweck des Vereins entsprechende Bezeichnung „Segelflugverein Bad Wörishofen e. V“ umbenannt werden. Die Gründe für diese Umbenennung waren, dass sich Außenstehende unter dem, der englischen Sprache entnommenen Begriff „Aero“, nicht unbedingt einen zutreffenden Sinn vorstellen konnten. Zum anderen gibt es in Bad Wörishofen einen Motorfliegerclub, und einen Modelfliegerclub die ihrer Bezeichnung gerecht werden. Durch Beschluss und mit der Annahme der neuen Satzung durch die Mitgliederversammlung, hieß von 1996 an der Segelflugverein auch wirklich „Segelflugverein Bad Wörishofen e. V.“.

Der Verein legt sich einen Motorsegler zu

Es gibt heutzutage kaum noch einen Segelflugverein, der keinen Motorsegler betreibt. Ein Motorsegler ergänzt den Segelflugzeugpark, weil er das Fliegen auch ohne Thermik ermöglicht. Moderne Hochleistungssegelflugzeuge sind vielfach mit Hilfsmotoren für Eigenstartfähigkeit ausgerüstet und bieten samt die Möglichkeit, bei Thermikflaute keine Außenlandung riskieren zu müssen, ausgerüstet. Außerdem dient ein Motorsegler für Einweisungsflüge, Schulflüge und direkte Zielflüge. Unser MOSE, wie er kurz genannt wird, ist zwar ein älteres gebrauchtes Modell, ist aber einfach zu fliegen, war preisgünstig in der Anschaffung. ist sparsam und was besonders wichtig ist, leise im Betrieb. Von den benachbarten Luftsportfreunden aus Marktoberdorf bekamen wir im Spätsommer 1996 das günstige Angebot, deren Motorsegler des Typs Sf 25 B-Falke zu erwerben. Wir griffen zu und überführten diesen mit Sondergenehmigung des Luftamtes nach Bad Wörishofen, was zugleich die erste Flugbewegung auf unserem neuen Platz bedeutete. Eine zusätzliche Start- und Landegenehmigung für den Betrieb des Motorseglers auf unserem Platz war allerdings nötig, wurde beantragt und von der Luftfahrtbehörde mit einigen Auflagen, vorerst auf Probe genehmigt. Ein Verfahren auf dauernde Genehmigung hat die Vereinsführung 1999 eingeleitet.

Für den Flugbetrieb bereit...

präsentierte sich die Platzanlage im Spätsommer 1997. Eine fast feierliche Prozedur vollzog sich eines Abends mit der Hissung des Windsacks auf dem Dachgiebel der Halle. Beinahe ehrfürchtig verfolgten die Anwesenden diesen Akt. Der Flugbetrieb auf unserem neuen Gelände durfte aber erst nach einer Platzabnahme durch die Luftfahrtbehörde erfolgen. An einem Samstag erschien ein Fachbeamter des Luftamtes und prüfte etwa einen halben Tag lang alle Erfordernisse, die ein ordnungsgemäßer Flugbetrieb voraussetzt. Von der Platzbeschaffenheit und -sicherung, über Erste Hilfe und Feuerlöscheinrichtungen, Kommunikationseinrichtungen, Unterweisungshandhabung, Informationsunterlagen, personelle Besetzung des Vereins, Versicherungsabsicherung und viele Dinge mehr. Aufgrund exakter Vorbereitung verlief diese Abnahme ohne nennenswerte Anmerkungen. Noch vor Ort schaltete der Beamte, nach Ausfüllung von Formalitäten, auf „Grünes Licht“ für die Aufnahme des Flugbetriebes. Mehr als Probebetrieb mit Einweisung waren jedoch in den 1997 noch fliegbaren Tagen nicht mehr drin. Die Segelflieger sind aber in heimischen Gefilden wieder flügge.

Die Bauarbeiten sind fortzusetzen

Begonnen wurde nun auch mit Installation und dem Innenausbau der Nebenräume. Ein Flugvorbereitungsraum, zugleich Aufenthaltsraum, WC' s, kleine Küche, Flur, im Keller Vorrats- u. Technikraum und ein Kamin waren vorerst das Wichtigste. Der Ausbau einer Werkstatt soll dann als Weiteres folgen. Nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorstellten, ist eine sogenannte Leichtbauweise. Vor allem nicht auf unebenen Unterkonstruktionen wie verdrehten und gebogenen Hölzern, z. B. schwere Gipskartonplatten von Hand an Decken einigermaßen eben anzubringen verlangt schon körperliche Kraft und viel Geduld. So werkelten wir Schritt für Schritt weiter. Nur in seltenen Spezialfällen holten wir Fachleute zur Hilfe. Manchem Außenstehenden und auch uns selbst kam der Baufortschritt manchmal etwas schleppend vor. Die beruflichen Tätigkeiten und familiäre Pflichten fast aller Mitglieder ließen halt nur beschränkten Einsatz für die Bautätigkeit beim Verein übrig. Außerdem verlangte der angelaufene Flugbetrieb nebenbei die Wartung und Pflege der Geräte. Inzwischen ist der vordere Trakt des Anbaus mit Flugvorbereitungs- bzw. Aufenthaltsraunt Küche, WC' s und Flur fertig. Die Mitgliederversammlung 1999 konnte bereits in den neuen Räumlichkeiten abgehalten werden. Der Innenausbau der Werkstatt ist bereits begonnen und könnte bis Ende des Jahres 2000 fertiggestellt sein.

Das Jahr 2000 ist auch Jubiläumsjahr

des Segelflugverein Bad Wörishofen e.V. und Jahr der fast schon überfälligen offiziellen Einweihung des neuen Segelflugplatzes. Diese Ereignisse sind einerseits Anlass zur Freude und zum Feiern und andererseits die Herausforderung, den Verein wieder neu zu stärken. Das eine bedingt Organisation, das andere Werbung um Nachwuchs durch Ansprache an junge Leute und Darstellung eines der anspruchsvollsten und schönsten Sportarten, des Segelfliegens. Vor 66 Jahren, 1934, hoben junge Männer den Segelflugsport in Bad Wörishofen aus der Taufe. Vor 50 Jahren, 1950 stellten junge Männer den Segelflugsport in Bad Wörishofen wieder auf die Beine. Und dieses Jahr, 2000, kann der Segelflugverein Bad Wörishofen e. V. seinen neuen Segelflugplatz einweihen. Nach einer langen Durststrecke ohne eigenem Fluggelände, mit der Folge des Aderlasses bei der Mitgliederzahl, ist das wichtigste Ziel des Vereins, mindestens die Stärke früherer Jahre wieder zu erlangen und nach Möglichkeit noch stärker zu werden. Die Infrastruktur mit dem neuen Fluggelände, der großen Halle mit Funktionsräumen und ein Park von 5 Flugzeugen und sonstigen Geräten ist vorhanden, die getätigten Investitionen der letzten Jahre sollen sich schließlich lohnen, geschätzt werden und erhalten bleiben. Dieses Ziel zu erreichen erfordert vor allein den Einsatz der Aktiven. Aber auch unsere fördernden Mitglieder können mithelfen, indem sie, außer ihrem finanziellen Beitrag des öfteren zum Platz kommen, sich hin und wieder den Aktiven anvertrauend ihre Heimat von oben beschauen und das Erlebte weiterempfehlen. Diese Anregungen in Taten umgesetzt, können die Existenz des Segelflugs in Bad Wörishofen sichern und den Verein gedeihen lassen.